Donnerstag, 25. Mai 2017

[Rezension] Blog Love - Liebe lässt sich nicht sortieren

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 Titel: Blog Love - Liebe lässt sich nicht sortieren
 Autor/in: Julia Zieschang
 Verlag: Carlsen / impress
 Seitenzahl: 303
 Preis: 3,99 € (D)  
 Cover / Bildrechte: Carlsen Verlag




Vanessa Mandel, genannt Vanny, hat nicht nur einen Namen, der mit Essen zu tun hat, sondern führt außerdem mit viel Leidenschaft einen Foodblog. Doch sie liebt nicht nur gutes Essen und Süßes, sondern auch Ordnung und Sauberkeit.

Trotzdem entschließt sie sich dazu, zu zwei disziplinlosen Jungs in eine WG zu ziehen. Was als Abenteuer beginnt, kann nur im Chaos enden: Denn die Jungs nehmen es weder mit der Sauberkeit sehr genau, noch interessieren sie sich für Vannys Putzplan.  

Doch nicht nur das bringt die junge Studentin total aus dem Konzept, sondern auch Lukas, ihr Mitbewohner mit den waldgrünen Augen. Er zwingt Vanny zu Spontanität und bringt ihre sonst so geordnete Welt gehörig durcheinander.
Ein Buch über eine Foodbloggerin mit Odnungsfimmel? Das klang zu witzig, um es nicht zu lesen und da ich in letzter Zeit etwas Stress hatte und so richtig etwas zum Entspannen suchte, griff ich gerne zu Julia Zieschangs neuem Buch.

Anfangs begleitet man Vanny bei ihrem Umzug in die WG und erlebt live ihren Sauberkeitswahn mit. Ich muss sagen, ich mag es auch ordentlich, aber das war sogar mir zu viel. Die Gewürze alphabetisch sortieren? Das ist ja fast schon zwanghaft, aber irgendwie sorgt es in dieser Geschichte auch ordentlich für Humor, da die junge Studentin damit die Männer-WG ganz schön aufwirbelt. Ja, so ein wenig Ordnung schadet einem Männerhaushalt sicher nicht J Und Vanny zieht auch sonst jedes Fettnäpfchen an, so dass es wirklich viele witzige Szenen gab, die mich ordentlich zum Lachen brachten.

Richtig verliebt habe ich mich jedoch in Vannys Foodblog und ihre Leidenschaft dafür. Als Bloggerin weiß ich ja selbst, wieviel Herzblut man da hineinstecken kann und finde, die Autorin hat das sehr liebevoll und authentisch wiedergegeben. Auch die Arbeit, die hinter so einem Blog steht, wird in ihrem Buch deutlich, wofür ich ihr ganz herzlich danken möchte, denn nur wenige Leute, die selber nicht bloggen, wissen diese Arbeit und das Engagement wirklich zu schätzen. Schwierig waren für mich jedoch die Beschreibungen von Vannys Koch- und Backkreationen, die jedes Mal eine Heißhungerattacke bei mir auslösten. Julia Zieschang hat die Rezepte so bildgewaltig und lecker geschildert, dass man ihre Leidenschaft fürs Kochen in jeder Zeile rauslesen konnte. Für mich, die ich mich selber gerne auf Foodblogs rumtreibe und gerne koche und experimentiere eine richtig gelungene Rahmenhandlung. Sie nimmt auch genau so viel Raum ein, dass es ein authentisches Hobby für eine Protagonistin ist, aber doch nicht zu überladen wirkt.

Doch neben Vanny, mit all ihren Hobbies und Macken gibt die Autorin auch der Liebesgeschichte noch genug Platz. Diese gefiel mir auch ausgesprochen gut, da sie einmal von dem typischen Badboy trifft hässliches Entlein Klischee abweicht. Lukas bringt zwar anfangs in der Protagonistin die schlimmsten Seiten zum Vorschein, doch er ist ein netter Kerl und obwohl sich die beiden erst ein wenig zusammenraufen müssen, merkt man doch sofort, dass sie sich mögen. Ich fand es richtig schön, wie sich die Gefühle nach und nach steigern und man merkt, wie Vanny sich immer mehr verliebt. Auch hier beweist die Autorin richtig Fingerspitzengefühl für das richtige Maß.

„Blog Love – Liebe lässt sich nicht sortieren“ ist wirklich ein tolles Buch. Vanny ist eine ganz ungewöhnliche Protagonistin, die mich mit ihrer tollpatschigen Art ordentlich zum Lachen gebracht hat. Doch auch ihre Leidenschaft für ihren Foodblog hat mich richtig begeistert und mir so manche Heißhungerattacke beschert. Zusätzlich bekommt man noch eine ganz süße und authentische Liebesgeschichte, die mich ins Schwärmen gebracht hat.

Bei diesem Buch stimmt wirklich alles und ich habe die Zeit mit Vanny und all ihren Macken wirklich sehr genossen.


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an den Carlsen Verlag, der mir dieses Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Sonntag, 21. Mai 2017

[Rezension] The Burning Sky

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 Titel: The Burning Sky - Der flammende Himmel
 Autor/in: Sherry Thomas
 Verlag: Drachenmond
 Seitenzahl: 376
 Preis: 14,90 € (D)  
 Cover / Bildrechte: Drachenmond Verlag




Iolanthe Seabourne wollte nur mit Hilfe eines Blitzes ein misslungenes Lichtelixier wiederherstellen, doch wird ihre Welt auf den Kopf gestellt. Die Inquisitorin und Handlangerin des mächtigen Tyrannen Bane heftet sich an ihre Fersen und möchte sie zu ihrem Herren bringen. In letzter Sekunde wird sie jedoch von Prinz Titus gerettet, der sie fortan als Junge verkleidet versteckt.

Dieser erzählt ihr, dass seine Mutter in einer Vision kurz vor ihrem Tod gesehen hat, wie sie gemeinsam gegen die Tyrannei von Bane kämpfen. Iolanthe ist wenig begeistert von dieser Aussicht. Zwar scheint sie die größte Elementarmagierin ihrer Generation zu sein, doch hängt sie an ihrem Leben. Titus lässt ihr aber keine Wahl, schließlich scheint es ihr Schicksal zu sein.

Was jedoch niemand vorausgesagt hat: Titus verliebt sich in Iolanthe und hat bald schon Bedenken, sie einer solchen Gefahr auszusetzen … .

Zu Beginn des Buches war ich wirklich überrascht, da es in einer gänzlich magischen Welt spielt. Es gibt so viele Kleinigkeiten zu entdecken, Charaktere und die Welt kennenzulernen, dass ich vollkommen gefangen genommen wurde von den ganzen Ereignissen und mich richtig in die Welt von „The Burning Sky“ hineinziehen ließ. Dank der vielen schönen und genauen Beschreibungen konnte ich mir alles bildlich vorstellen und fühlte mich bald wie in einen Fantasyfilm hineinversetzt. 

Doch viel Zeit bleibt einem nicht Iolanthe und alle anderen kennenzulernen, denn gleich zu Beginn beschwört sie den Blitz herauf und setzt damit eine Kettenreaktion in Gang, die auch sofort alles auf den Kopf stellt.
Iolanthe gefiel mir auf Anhieb total gut. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck und versucht einfach nur für sich und ihren Vormund das Beste zu bekommen, ansonsten hält sie sich eher im Hintergrund. Von ihrer besonderen Begabung ahnt sie nix, sie denkt aber auch gar nicht daran, für andere ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Das fand ich richtig klasse. Endlich eine Heldin, die nicht sofort den Kampf gegen das Böse aufnehmen will. 

Neben Iolanthe ist Titus ein wirklich ungewöhnlicher und interessanter Charakter. Nachdem er Iolanthe rettet, versucht man genau wie die Protagonistin selbst, ihn als Helden zu sehen. Das wäre jedoch zu leicht, denn in Titus steckt so viel mehr. Ich lernte ihn zu lieben, zu hassen, ihn zu bemitleiden und zu verteufeln. Er ist definitiv mein Lieblingscharakter in diesem Buch, da er so schön vielschichtig und auch etwas undurchsichtig ist. 

In „The Burning Sky“ gibt es aber auch noch jede Menge sehr spannende Nebendarsteller. Ich habe schon öfter jetzt gehört, dass es fast zu viele sind, so dass es schwer fällt, den Überblick zu behalten, doch ich finde, dass jeder Charakter einzigartig ist und so hatte ich keine Probleme damit, sie im Kopf zu behalten und richtig zuzuordnen. Sehr spannend fand ich, dass der böse Gegenpart Bane erst sehr spät wirklich im Buch erscheint und man vorher eigentlich nur Geschichten über ihn hört und seine gruseligen Handlanger kennenlernt. Das lässt für die Fortsetzung auf jeden Fall noch reichlich Luft nach oben. 

Manch einem Leser könnte es auch zu lange dauern, bis wirklich etwas passiert, denn nach der anfänglichen Spannung, wird es doch erst einmal wieder ruhiger. Doch ich liebte die Welt und die Magie darin viel zu sehr, so dass es mir einfach nur Spaß machte, mich dort „umzusehen“ und alles kennenzulernen. Ich war zu fasziniert, um mich zu langweilen. 

Der große Showdown hätte dann jedoch wirklich etwas spannender sein können. Plötzlich geht alles rasend schnell, was für die lange Vorbereitung doch etwas schade war. Doch ich denke, dass das nur die Vorbereitung auf die Fortsetzung war und dass in den Folgebänden noch so viel passiert, dass dieser kleine „Patzer“ schnell vergessen ist. Ich freu mich jedenfalls schon sehr auf das nächste Abenteuer von Iolanthe und Titus.

„The Burning Sky“ spielt in einer gänzlich magischen Welt, die mich so fasziniert hat, dass sie mich auch über ruhigere Phasen im Buch hindurchgetragen hat. Iolanthe und vor allem Titus sind sehr interessante und vielschichtige Charaktere, die einen immer wieder überraschen. Der Showdown hätte nach der langen Vorbereitung, ruhig etwas mitreißender sein können. Ich glaube jedoch, dass das nur der Auftakt für noch mehr spannende Abenteuer von Iolanthe und Titus ist, worauf ich mich schon jetzt sehr freue.

 Von mir bekommt das Buch 4,5 Punkte von 5.

Vielen Dank an den Drachenmond Verlag, der mir dieses Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 16. Mai 2017

[Rezension] Erdbeeren im Sommer

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 Titel: Erdbeeren im Sommer
 Autor/in: Anja Saskia Beyer
 Verlag: Tinte & Feder
 Seitenzahl: 300
 Preis Tb: 9,99 € (D)
 Preis eBook: 4,99 € (D)
 Cover / Bildrechte: Tinte & Feder


So hat sich Luisa die Reaktion von Tom auf ihren Heiratsantrag nicht vorgestellt.  Als sie sich deswegen bei ihrer besten Freundin Mona ausheulen möchte, erlebt sie hautnah mit, dass auch bei dieser einiges im Argen liegt und dass es in der Vorzeigeehe ordentlich kriselt.

Da hilft nur eins: Ein Tapetenwechsel. Kurzerhand packen die beiden ihre Sachen und machen sich auf den Weg zum Erdbeerhof von Luisas Tante Giulia in Italien.

Dort erwarten sie jedoch nicht etwa ein paar entspannte Tage, denn Giulia reist ebenfalls Hals über Kopf ab und Luisa und Mona müssen sich um den Hof und das Ristorante kümmern.

Ihr Nachbar und Luisas Jugendliebe Matteo greift den beiden Freundinnen unter die Arme und auch Nick, der einzige Pensionsgast kreuzt immer wieder ihren Weg. 

Wieso nur ist Giulia geflüchtet? Hat das etwas damit zu tun, was vor 50 Jahren in Italien passiert ist? Und wie wird dieses Familiengeheimnis Luisas Leben verändern? Findet sie auf dem Erdbeerhof endlich die Antworten, nach denen sie so dringend sucht?

Als ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Es klingt wirklich nach einer ganz tollen Sommerlektüre.

Gleich zu Beginn findet man sich mitten in Luisas Heiratsantrag wieder und erlebt die Reaktion von Tom, ihrem langjährigen Partner mit. Sofort hatte ich Mitleid mit der Protagonistin und konnte sie vollauf verstehen. Mal abgesehen davon, dass ich nie in die Situation kommen würde, wär ich doch auch zutiefst verletzt gewesen und wäre genau wie Luisa sicher erst einmal geflüchtet. Als sie auch noch ihre Freundin Mona mit ins Boot bzw. in den Van holt, war ich sehr gespannt, was die beiden auf dem Erdbeerhof alles erleben würden.

Luisas Tante Giulia habe ich auch sofort ins Herz geschlossen. Sie schien eine dieser einzigartigen, junggebliebenen Senioren zu sein, die auf jeden Fall bleibenden Eindruck hinterlassen. Schade, dass diese dann so schnell abreist, aber es war von Anfang an klar, dass hinter dieser Flucht mehr stecken würde und ich war richtig neugierig darauf, zu erfahren, was denn das große Familiengeheimnis war. 

Ehrlich gesagt hatte ich zu Beginn so gar keine Ahnung, worauf das hinauslaufen könnte. Erst als sich die Hinweise verdichten ahnte ich, was auf Luisa und somit auch auf mich zukommen würde und trotzdem verlor das Buch dadurch nichts an Spannung, da man nicht weiß, wie die Autorin die Situation dann wieder auflösen würde. Dabei fand ich es besonders schön, dass die Protagonisten selbst von der Vergangenheit erzählen und man so immer wieder Rückblicke lesen und selbst in die Geschehnisse versinken kann. Mit viel Gefühl schildert Anja Saskia Beyer sowohl die Geschichte von Luisa, als auch die ihrer Tante Giulia. Ich fieberte richtig mit diesen beiden sympathischen Frauen mit. Es war fast, als würde ich sie wirklich persönlich kennen. 

Und dann hat das Buch noch zwei Besonderheiten: Einmal das wundervolle Setting. Die Autorin hat die Orte so bildhaft beschrieben, dass ich fast die Sonne Italiens auf meiner Haut spüren konnte und mich nach Urlaub, Strand und Meer sehnte. Doch auch die Gerichte, die so detailreich geschildert werden haben es mir als leidenschaftliche Köchin total angetan. Ich hatte den Geruch von Basilikum und frischen Tomaten in der Nase, musste mir Erdbeeren kaufen, da ich so viel Lust darauf bekam und war überglücklich als ich am Ende des Buches das Rezept für die Erdbeertörtchen fand, die ich unbedingt nachbacken muss.                                    
„Erdbeeren im Sommer“ ist nicht nur ein schönes Sommerbuch, das mir entspannte Lesestunden beschert hat, nein, ich habe es in Gedanken mit allen Sinnen genossen: Ich spürte die Sonne Italiens auf der Haut, schmeckte die Süße der Erdbeeren und roch das frische Basilikum. Die Autorin Anja Saskia Beyer ließ mich mit ihren äußerst sympathischen Protagonisten mitfiebern und schickte mich gemeinsam mit Luisa sowohl auf einen Selbstfindungstrip, als auch auf eine Reise in die Vergangenheit, die ich beide sehr genossen habe. Vielen Dank für dieses besondere Leseerlebnis.


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.