Sonntag, 22. Januar 2017

[Rezension] Das Geheimnis der Sternentränen

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 Titel: Das Geheimnis der Sternentränen
 Autor/in: Anke Höhl-Kayser
 Verlag: bookspot Verlag
 Seitenzahl: 350 
 Preis eBook: 4,99 € (D)
 Preis TB: 12,95 € (D)
 Cover / Bildrechte: Bookspot Verlag





Im Jahr 2162 ist die Erde so verseucht, dass die Menschen nur in Schutzanzügen hinausgehen können. Ansonsten verschanzen sie sich in speziell errichteten Türmen. Um die Lebensbedingungen zu verbessern, will die Regentin der Erde in die Vergangenheit reisen. Doch anstatt ein Portal ins Mittelalter zu öffnen, schafft die Wissenschaftlerin Jade einen Korridor auf den Planeten Ägeon, der der Erde sehr ähnlich ist.

Doch auch dort ist die Umwelt verseucht, die wenigsten Kinder überleben die ersten Jahre. Deshalb sucht auch der Herrscher von Ägeon nach einer Lösung. Diese scheint zum Greifen nahe, als Ranon aus Ägeon durch Jades Portal auf der Erde landet. 

Während die Despoten erste Kriegspläne schmieden, erkennen Jade und Ranon jedoch, was wirklich vor sich geht und versuchen eine friedliche Lösung für alle Bewohner zu finden. Kann ihnen das Schwarzfeuer, ein humanoides Echsenwesen Keiare dabei helfen? Und was hat die Legende um die Sternentränen mit all dem zu tun?
Als ich den Klappentext dieses SciFi-Abenteuers gesehen habe, war für mich klar, dass ich dieses Buch lesen muss.

Anfangs begleitet man Jade und erfährt so, wie es inzwischen auf der Erde aussieht und unter welchen Bedingungen die Menschen leben müssen. Sehr interessant war für mich die Idee, dass die Welt von Frauen regiert wird und Männer eher als „minderwertig“ gelten. Diesen Umstand fand ich ehrlich gesagt etwas witzig, weiß aber nicht, ob männliche Leser mit ähnlichem Humor darauf reagieren. Auf jeden Fall ist es der Autorin Anke Höhl-Kayser sehr gut gelungen, ihren Weltenentwurf dem Leser näherzubringen und schlüssig darzustellen, so dass ich mir ein gutes Bild von den Geschehnissen und Begebenheiten machen konnte. 

Relativ schnell wird dem Leser auch klar, dass Jade etwas Besonderes ist. Zwar werden die Arbeiterinnen extra gezüchtet, so dass sie nie etwas in Frage stellen und zu absolutem Gehorsam neigen, doch Jade fällt etwas aus dem Rahmen. Sie sehnt sich einfach nach mehr, rebelliert aber auf ihre Weise. Damit war sie mir total sympathisch und ich freute mich darauf, mehr über sie zu erfahren.

Doch neben Jades Sicht, wird die Geschichte auch schnell aus Sicht von Ranon erzählt und man wird in die Welt von Ägeon eingeführt. Dort herrschen eher noch mittelalterliche Strukturen und ich liebte den Gegensatz, der sich zur Erde bildet. 

Auch Ranon mochte ich sofort. Er hat ein schweres Schicksal, das ihn ein wenig verzweifeln lässt und trotzdem ist er voller Hoffnung. Ich mochte es sehr, dass er nicht der typische, perfekte Held war, sondern seine kleinen Schwächen hatte.

Im ersten Teil des Buches geht es ausschließlich um Jade und Ranon, um ihre Welten und ihre erste Begegnung. Sehr überrascht war ich dann, als im zweiten Teil weitere Personen eingeführt werden und die Geschichte plötzlich aus deren Sicht erzählt wird. Zuerst war ich etwas enttäuscht, weil ich ja eigentlich wissen wollte, wie es mit Jade und Ranon weitergeht, wurde aber schnell getröstet, da die neuen Sichtweisen auch noch einmal einen ganz anderen Blick auf die beiden Welten und die Geschehnisse darin mit sich brachten. Das fand ich richtig toll und sehr gelungen. So bekommt man immer mehr Informationen, versteht die Zusammenhänge besser und kann sich ein genaueres Bild von allem machen, denn es steckt so viel mehr hinter den Ereignissen, als man zu Beginn dachte. Hier wird sehr deutlich, dass die Welt, die Anke Höhl-Kayser geschaffen hat, sehr komplex und gut durchdacht ist. 

Anders als in den meisten Jugendbüchern, die ich sonst lese, musste ich bei „Das Geheimnis der Sternentränen“ wirklich mitdenken und am Ball bleiben, um alle Zusammenhänge zu verstehen und trotzdem war der Schreibstil so schön flüssig, dass ich am Buch kleben blieb, komplett in der Welt von Jade und Ranon versankt und es richtig genossen habe.

Zudem schaukeln sich die Ereignisse immer weiter hoch, so dass jede Menge Spannung entsteht. Die Charaktere sind dabei so vielschichtig, dass man sowohl bei den Protagonisten, als auch den Antagonisten und Nebencharakteren nie sicher sein kann, auf welcher Seite sie wirklich stehen oder was ihre wahren Beweggründe sind. Das bringt zusätzlich Spannung in die Geschichte, so dass ich richtig mitgefiebert habe. 

Total begeistert war ich, dass dieses Buch ein Einzelband ist und statt einem fiesen Cliffhanger, ein schönes, rundes Ende auf mich wartete.
Mit „Das Geheimnis der Sternentränen“ ist der Autorin Anke Höhl-Kayser ein komplexes und spannendes SciFi-Abenteuer gelungen. Die Charaktere sind sympathisch und vielschichtig und der Schreibstil flüssig und gut zu lesen. Ich bin richtig abgetaucht in die Geschichte und habe jede Seite genossen. 


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an die Autorin Anke Höhl-Kayser, die mir dieses Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Sternensturm - Das Herz der Quelle

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 Titel: Sternensturm - Das Herz der Quelle
 Autor/in: Alana Falk
 Verlag: Arena
 Seitenzahl: 384
 Preis: 16,99 € (D)  
 Cover / Bildrechte: Arena Verlag



Liliana ist eine Magierin, doch um ihre Kräfte nutzen zu können, braucht sie einen Menschen als Quelle. Genau diese soll ihr jetzt zugeteilt werden. Doch Liliana fürchtet sich etwas vor diesem Moment: Was, wenn sie es nicht schafft, die Quelle zu nutzen oder wenn sie sich nicht mit ihrer Quelle versteht?

Und genau das trifft schließlich auch ein: Denn ihr wird ausgerechnet Chris zugeteilt, der es gar nicht einsieht, sich als Quelle unterzuordnen. Im Gegenteil, er scheint die Magier und alles, was mit ihnen zu tun hat, geradezu zu hassen.

Auch der Umstand, dass sein vorheriger Magier auf unerklärliche Weise gestorben ist, trägt nicht gerade dazu bei, dass er und Liliana sich vertrauen. Und Vertrauen ist doch die wichtigste Basis für eine Quelle und ihren Magier. Denn nur, wenn sie sich gegenseitig vertrauen, können sie die Magie nutzen, um unschuldige Menschen zu beschützen und genau das ist ihre Aufgabe … .
Ein neues Buch von Alana Falk, noch dazu mit so interessantem Klappentext und bezauberndem Cover musste natürlich unbedingt bei mir einziehen.

Etwas überrascht war ich über den Beginn der Geschichte, der aus Sicht einer Magierin namens Adara erzählt wird. Eigentlich dachte ich, es würde um Liliana gehen, doch nachdem ich die Magierin dabei begleitet habe, wie ihre Quelle wegen Verrat hingerichtet wurde, war ich sofort in der Geschichte und den Ereignissen gefangen und freute mich darauf, einfach mehr über die Welt der Magier und ihrer Quellen zu erfahren.

Im nächsten Kapitel springt man dann in Lilianas Leben und erfährt einiges über den Weltenentwurf von „Sternensturm“. Ich fand es sehr interessant, wie die Autorin Alana Falk ihre Welt aufgebaut hat. Die Magier können ohne Quelle nicht zaubern und doch haben Quellen keinerlei Rechte, sondern unterstehen dem Magier und müssen quasi alles tun, was dieser sagt und ihnen immer zur Verfügung stehen. Für mich war das total spannend, denn eigentlich wollte ich die Magier ja „mögen“, da sie mit Hilfe ihrer Kräfte Gutes tun, indem sie z.B. Naturkatastrophen verhindern, aber der Umgang mit den menschlichen Quellen warf doch seine Schattenseiten auf diese Gemeinschaft. Dieser Umstand schreit geradezu danach, explosiver Zündstoff für eine Rebellion zu werden und ich freute mich sehr darauf, zu sehen, wie sich das Ganze entwickeln würde. Wie ein Damoklesschwert schwebte dieser Konflikt ständig über der Geschichte, was bei mir ein gewisses Kribbeln im Nacken verursachte, so sehr fieberte ich mit.

Fortan begleitet man abwechselnd Liliana und Adara durch ihr Leben und während Liliana sehr mit den Problemen mit Chris beschäftigt ist und man in ihren Kapitel mehr über die Verbindung von Quelle und Magier erfährt, bekommt man durch Adara einen tieferen Einblick in die Ungerechtigkeiten und wie einzelne Personen darauf reagieren. Das fand ich sehr gelungen, da man so einen guten Einblick in das Gesamtkonstrukt bekommt und sowohl etwas Persönlicheres über die Protagonisten erfährt, als auch etwas Abstand bekommt, um das Ganze etwas von außen zu betrachten und sich eigene Gedanken zu machen. Diese beiden Sichten fand ich zusätzlich gut, da Liliana doch sehr naiv an das Ganze herangeht und teilweise Dinge tut, die ich nicht guthieß und sie weniger sympathisch machten. Adara war zwar für mich auf den ersten Blick auch nicht die große Sympathieträgerin, ich konnte ihre Motive aber besser nachvollziehen. Doch auch Chris ist eine wirklich interessante Persönlichkeit und obwohl er etwas hinter Liliana zurückbleibt, erfuhr ich doch auch gerne mehr über ihn. So hat man immer jemanden, mit dem man mitfiebern konnte.

Und während ich die Ereignisse verfolgte, Liliana und Adara begleitete und an ihrem persönlichen Schicksal teilnahm, ließ die Autorin Alana Falk plötzlich eine Bombe platzen, die ich so gar nicht erwartet hatte. Ich musste richtig innehalten beim Lesen und war einfach nur total geflasht. Was für eine geniale Wendung! Plötzlich sah ich noch einmal alles in einem anderen Licht und konnte gar nicht glauben, was die Autorin quasi vor meiner Nase konstruiert hat, ohne dass ich die leiseste Ahnung davon hatte. Es begeistert mich ja immer total, wenn mich Autoren so dermaßen überraschen können (was inzwischen gar nicht mehr so leicht ist) und genau das ist Alana Falk gelungen. Ein großes Kompliment für diese Entwicklung.

Am Ende gibt uns die Autorin dann etwas Zeit, uns wieder etwas zu entspannen, was nach dieser Überraschung auch zwingend nötig war, was jedoch nicht heißt, dass es nicht genug Spannung für die Fortsetzung gibt, auf die ich mich schon jetzt sehr freue. Ich hoffe, ich muss nicht allzu lange darauf warten, denn ich muss unbedingt wissen, wie es mit den Magiern und ihren Quellen weitergeht.
Alana Falk ist mit ihrem „Sternensturm“ ein wahrer Geniestreich gelungen. Der Weltenentwurf hat mich sehr fasziniert und durch die Protagonisten schafft sie es, sowohl eine persönliche Ebene, als auch einen Blick von außen auf die Ereignisse zu gewähren. Doch am meisten hat mich eine Wendung überrascht, die vor meiner Nase konstruiert wurde und die ich doch niemals auch nur erahnt hätte. Damit hat mich die Autorin total geflasht und ich bin einfach nur begeistert von diesem genialen Buch. 

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an die Autorin Alana Falk und den Arena Verlag, die mir dieses Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.