Samstag, 30. Dezember 2017

[Rezension] 3 Lilien - Das zweite Buch des Blutadels

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 Titel: 3 Lilien - Das zweite Buch des Blutadels
 Autor/in: Rose Snow
 Seitenzahl: 289
 Preis: 11,99 € (D)
 Cover / Bildrechte: Rose Snow



Obwohl es ihr das Herz bricht, hat Lorelai keine Wahl: Sie muss zu den von Rabenaus ziehen und gilt von da an als fruchtbare Drittgeborene. Als solche zieht sie das Interesse vieler Dunkler auf sich, allen voran das des dunkle Fürstensohns Marcus von Kaltenburg. 

Dieser ist jedoch nicht gerade das, was Lorelai sich von einem Ehemann wünscht, vor allem, da ihr Herz noch immer Vitus gehört, zu dem sie absolutes Kontaktverbot hat. 

Während die junge Frau eine Möglichkeit sucht, ihrer Zwangsehe zu entgehen, treibt der Mörder weiterhin sein Unwesen und bald schon steht nicht nur Lorelais Schicksal auf dem Spiel … .
Nach dem fiesen Cliffhanger von Band 1 musste ich sofort weiterlesen. Ich hoffte ja, dass sich die Verwechslung als Fehler herausstellen und Lorelai nicht von ihrer Familie getrennt werden würde. Doch leider muss diese gleich zu Beginn zu den von Rabenaus ziehen, die ich selbst auch total schrecklich fand. Aber genau diese Begebenheit führt auch dazu, dass es in diesem Mittelband spannend bleibt, denn es gibt einige Reibungen, sowohl zwischen den Geschwistern, als auch zwischen Lorelai und ihren leiblichen Eltern. 

Im Gegenzug dazu bringt Großmutter Harriet mit ihrer schrulligen, liebevollen Art eine schöne Prise Humor in die Geschichte. Diese Frau muss man einfach gernhaben. Ich liebe es, wenn es neben den Protagonisten Charaktere gibt, die ein besonderes Flair in die Geschichte bringen oder im Gedächtnis bleiben. Dafür ist Harriet das beste Beispiel, aber auch Vincent (Vitus‘ Bruder) oder Sophie und Romy, die Schwestern von Lorelai gefielen mir richtig gut. 

Die Geschichte um den Mörder scheint erst einmal etwas in den Hintergrund zu gelangen, da Lorelai mit den Heiratsverhandlungen und ihrer neuen Rolle als Dunkle kämpft. Dabei zieht sie natürlich auch Vitus mit hinein, ebenso wie Vincent und Sophie. Dadurch bekommt die Story noch einmal eine andere Richtung mit der ich gar nicht gerechnet hatte. Was für eine positive Überraschung!

Und damit dieser Zwischenband nicht langweilig wird, werden zusätzlich viele neue Fragen aufgeworfen, Theorien aufgestellt und Verwicklungen gewoben. Ich war also ständig auf der Suche nach Antworten. Nebenbei überlegte ich natürlich, wer ein Motiv für die Morde haben könnte und was genau dahinterstecken würde. Doch obwohl ich einige Vermutungen aufgestellt habe, denke ich, dass es am Ende vielleicht ganz anders sein wird. Bis jetzt haben mich Rose Snow auf jeden Fall ordentlich überrascht und auch an der Nase herumgeführt. Es bleibt also weiter spannend und ich freue mich besonders, dass Band 3 schon erschienen ist und ich sofort weiterlesen und Antworten finden kann.
Das zweite Buch des Blutadels wirbelt noch einmal alles durcheinander. Während die Suche nach dem Mörder erst einmal etwas in den Hintergrund tritt, werden neue Fragen aufgeworfen, neue Theorien aufgestellt und neue Verwicklungen gewoben. Es bleibt also weiterhin spannend.

Eigentlich dachte ich ja, dass Rose Snow mich nicht mehr begeistern könnten, als sie es mit „Die 11 Gezeichneten“ schon getan haben, aber diese Reihe übertrifft noch einmal alles, was ich bis jetzt von diesem Autorenduo gelesen habe. Ich liebe sie. 


 Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.


Vielen Dank an das Autorenduo Rose Snow, die mir dieses Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

[Rezension] Juli im Winter

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 Titel: Juli im Winter
 Autor/in: A.L. Kahnau
 Seitenzahl: 280
 Preis: 9,99 € (D)
 Cover / Bildrechte: A.L. Kahnau





Juli fühlt sich in ihrem Internat sehr wohl. Sie hat dort Freunde gefunden, ihre Noten sind gut und ihre Wahlfächer bereiten ihr viel Spaß.

Doch dann taucht eine neue Mitschülerin auf und obwohl Juli sie freundlich aufnimmt und ihr alles zeigt, scheint diese nicht besonders dankbar zu sein. 

Plötzlich muss Juli erkennen, dass sich das Leben ganz schnell ändern und das Blatt ganz schnell wenden kann. Gerade noch an der Spitze, findet sich das Mädchen auf einmal ganz unten wieder … .

Das Cover und der Klappentext haben mich sehr neugierig gemacht und ohne wirklich zu spoilern (denn das Thema wird bereits im ersten Kapitel offenbart): Ich finde das Thema Mobbing sehr aktuell und interessant. Es gibt so viele Facetten davon und die Anfänge sind meist schleichend.
A.L. Kahnau greift dieses Thema in ihrem Buch „Juli im Winter“ auf. 

Das Buch beginnt quasi mit dem Ende und hat mich sofort sehr berührt. Die Autorin beschreibt die Gefühle so mitfühlend und eindringlich, so authentisch und ungeschönt, dass ich sie fast selbst spüren konnte. Selten hatte ich ein Buch in der Hand, das gleich zu Beginn so voller Gefühl war. Mit nur wenigen Seiten hat A.L. Kahnau mich gefangen und ich wollte unbedingt wissen, was genau passiert ist.

Im Anschluss erfährt man dann auch noch von Julis Familiengeschichte, die ihre Spuren bei dem Mädchen hinterlassen hat. Sie ist so jung und musste schon so viel durchmachen. Juli hatte sofort mein Mitgefühl, aber anstatt an allem zu zerbrechen, versucht sie ihren Weg zu finden und obwohl man manchmal den Eindruck haben könnte, als wäre sie „perfekt“, wirkte sie auf mich doch eher zerbrechlich. Bei ihr muss man beim Lesen auf jeden Fall hinter die Fassade blicken, um sie nicht als zu glatt zu empfinden. Spätestens am Ende fällt einem jedoch auf, wie gut sie der Autorin gelungen ist, denn da fällt der Schleier und man kann in Julis Inneres blicken. Für mich ist die Protagonistin jedenfalls sehr gut ausgearbeitet und geschickt inszeniert. 

Doch auch Julis Gegenpart Vanessa ist sehr interessant und vielschichtig. Ihre Geschichte wird nach und nach aufgedeckt und so wird diese Figur greifbar. Gerne hätte ich noch mehr von ihrer Vergangenheit erfahren, doch manchmal ist es auch gut, wenn nicht alles „zerredet“ wird und man sich selber noch ein paar Gedanken machen kann.

Und Gedanken macht man sich über dieses Buch durchaus, denn ich trau mich fast wagen zu sagen, dass jeder schon einmal mit diesem Thema in Berührung gekommen ist. Je nach Erfahrung nimmt man die eine oder die andere Sichtweise ein, überlegt, wie man selbst handeln oder wie man sich in der Situation fühlen würde. Mich ließ das Buch jedenfalls gar nicht mehr los und ich habe es in nur wenigen Stunden durchgelesen. Julis Zwiespalt hat mich besonders nachdenklich gemacht, da ich ihn so gut nachvollziehen konnte. Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus, wenn man keine Beweise hat? Wem kann man sich anvertrauen? Wer glaubt einem? Wie reagiert man am besten? Was macht einen überhaupt zum Opfer und was zum Täter? Wie kann man Betroffenen helfen oder noch besser, was kann man zur Vorbeugung tun? All diese Fragen gingen mir durch den Kopf und beschäftigen mich auch nach dem Lesen noch sehr lange. Mir persönlich ging Julis Schicksal jedenfalls sehr ans Herz und auch Nessa und ihre Klassenkameraden haben sich in meinen Gedanken festgesetzt und nicht mehr losgelassen.
A.L. Kahnau rüttelt mit ihrem Buch „Juli im Winter“ ihre Leser auf jeden Fall richtig auf und bringt ihnen das Thema „Mobbing“ sehr einfühlsam nahe. Julis Schicksal, aber auch Nessa und ihre Klassenkameraden haben mich sehr beschäftigt und nicht mehr losgelassen. Selten hatte ich ein Buch, das noch so lange in mir nachgehallt hat und das ich gerne auf die Leseliste jeder Schule setzen würde. Es MUSS einfach gelesen werden!


 Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an die Autorin A.L. Kahnau, die mir dieses Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.