Samstag, 31. Dezember 2016

[Rezension] Seelenhauch

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 Titel: Seelenhauch
 Autor/in: Annie J. Dean
 Verlag: Carlsen / Dark Diamonds
 Seitenzahl: 439
 Preis: 4,99 € (D)  
 Cover / Bildrechte: Carlsen Verlag



Helen hat bis jetzt nie an Geister geglaubt, was sich jedoch nach einer Partie Gläserrücken mit ihren Freundinnen ändert. Plötzlich scheint sie von einer rastlosen Seele geradezu verfolgt zu werden und diese scheint ihr etwas Wichtiges mitteilen zu wollen.

Bei ihrer Recherche landet sie schließlich bei der Villa des attraktiven Elias. Was hat dieser mit dem Geist zu tun und wieso hat auch er sonderbare Visionen aus der Vergangenheit. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Antworten und kommen dabei einem unglaublichen Familiengeheimnis auf die Spur … . 
Der Prolog ist aus Sicht des Geistes geschrieben, ohne dass man erfährt, wer es ist und was hinter den ganzen Ereignissen steckt. Trotzdem hinterließ er bei mir eine Gänsehaut und ließ mich richtig neugierig auf das Buch werden.

Danach springt man zu Helen, lernt sie und ihre Freundinnen kennen und erlebt die Séance hautnah mit. Obwohl ich vom Klappentext her ja schon wusste, dass ein Geist auftauchen würde, schaffte es die Autorin Annie J. Dean doch, eine spannungsgeladene Atmosphäre aufzubauen, die mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ. Gemeinsam mit der Protagonistin versuchte ich Antworten darauf zu finden, was der Geist von ihr will und was hinter all dem wohl stecken würde. Doch die Autorin füttert uns immer nur mit kleinen Häppchen, die die Spannung bis ins Unermessliche steigerten.

Gemeinsam mit Helen beginnt man also mit den Recherchen und lernt dabei auch Elias kennen. Ich fand es wirklich sehr schön, dass die Geschichte nicht nur aus Sicht von Helen, sondern auch aus der Perspektive des männlichen Protagonisten erzählt wird. Es war toll auch mehr über Elias zu erfahren und seine Sichtweise der Dinge hautnah miterleben zu können. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, welche Sicht ich lieber las, denn beide Protagonisten waren mir sofort sympathisch und ich konnte ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen und wollte gleichzeitig auch mehr über sie erfahren.

Doch das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf der Geschichte des Geistes. Dabei weiß man jedoch nie, welche wahren Beweggründe hinter seinem Handeln stecken. Immer wieder taucht die Seele bei Helen und Elias auf und zieht diese in die Vergangenheit. Annie J. Dean ist es dabei sehr gut gelungen eine Gänsehaut-Atmosphäre aufzubauen. Gemeinsam mit den Protagonisten spürte ich schon bald die einsetzende Kälte und hatte sogar das Gefühl nicht allein zu sein. Ich habe mich wirklich ein bisschen gegruselt muss ich sagen. Das ist jedoch nicht negativ gemeint, sondern eher dem Talent der Autorin geschuldet, der es gelungen ist, mich so sehr in ihre Geschichte zu ziehen, dass es für mich geradezu real wurde. 

Natürlich fing ich auch an, meine eigenen Spekulationen anzustellen und mir ein Bild über die Ereignisse zu machen. Obwohl ich ein paar Dinge durchaus geahnt habe, hat mich Annie J. Dean mit ihrer Geschichte doch noch überrascht, denn mit dieser Entwicklung hätte ich am Ende sicher nicht gerechnet. 

Wie man aufgrund des Klappentextes schon ahnen kann, gibt es natürlich auch eine Liebesgeschichte in „Seelenhauch“. Doch auch hier hat mich die Autorin etwas überrascht, da diese nicht den Stellenwert einnimmt, mit dem ich gerechnet hatte. Sie ist schön, authentisch und einfach süß, aber bleibt dennoch etwas im Hintergrund, was ich sehr genossen habe, da das mal etwas anderes ist im Vergleich zu anderen Büchern, in denen die Lovestory meist den Hauptteil der Geschichte einnimmt. 

Und einen weiteren Pluspunkt bekommt das Buch, da es abgeschlossen ist. Endlich mal keine Reihe, sondern ein Einzelband, den man mit einem guten Gefühl abschließen und genießen kann.
Annie J. Deans „Seelenhauch“ hebt sich von anderen Büchern ab. Die Geschichte mit dem Geist fand ich erfrischend und zwar nicht neu, aber auch nicht schon hundert Mal aufgewärmt. Die Autorin schafft eine Atmosphäre, die mir eine Gänsehaut bescherte und mich so tief in die Geschichte hineinzog, dass ich das Gefühl hatte, selbst dabei zu sein. Ich stellte Spekulationen an und machte mir Gedanken und hätte doch nicht sagen können, was wirklich hinter dem Ganzen steckt. Ein rundum gelungenes Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite mit gerissen und begeistert hat.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.


Vielen Dank an den Dark Diamonds Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


Mittwoch, 21. Dezember 2016

[Rezension] 17 - Das erste Buch der Erinnerung

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 Titel: 17 - Das erste Buch der Erinnerung
 Autor/in: Rose Snow
 Seitenzahl: 278
 Preis: 9,99 € (D)  
 Preis eBook: 3,99 € (D)
 Cover / Bildrechte: Rose Snow




Seit Jahren zieht Jo mit ihrem Vater von Ort zu Ort . Nie bleiben sie lange irgendwo, ganz so, als wären sie auf der Flucht. Doch auf der Flucht wovor? 

Und sind sie in Hamburg vielleicht endlich sicher? Denn ausgerechnet dort will ihr Vater jetzt bleiben. Oder liegt das etwa an seiner neuen Freundin? Blöd nur, dass sich Jo in Hamburg so gar nicht wohlfühlt, was sicher auch an den Jungs liegt, die mit dem Umzug in ihr Leben getreten sind.

Adrian, zu dem sie sich auf magische Weise hingezogen fühlt, der sie aber immer auf Abstand hält. Luis, der sich für sie zu interessieren scheint, dem jedoch Adrian nicht über den Weg traut und dann ist da auch noch Finn, der ihr das Leben unnötig schwer macht.

Doch dieses ganze Chaos ist noch nicht alles, was sie beschäftigt: Seit kurzem scheint sie in die Erinnerungen anderer Leute eintauchen zu können. Bildet sie sich das nur ein oder hat sie eine besondere Gabe?

Als ich das Buch zum ersten Mal sah, hab ich mich sofort in das Cover verliebt, aber auch der Inhalt klang richtig toll, so dass ich es einfach haben musste.

Gleich zu Beginn begleitet man Jo, aus deren Sicht in Ich-Form das Buch erzählt wird, beim Einzug in ihr neues Zuhause. Ich hatte sofort Mitleid mit der Protagonistin, die von einem Ort zum anderen ziehen und immer ihre Freundinnen hinter sich lassen muss. Leider gelingt der Start in der neuen Schule auch nicht besonders gut und dann erfährt sie auch noch, dass ihr Vater eine Freundin hat. Da kommt ganz schön viel auf Jo zu und ich war gespannt, wie die Protagonistin mit allem zurecht kommen würde. Allerdings muss ich sagen, dass ich überrascht war, dass Johanna auch eine fiese Seite zu haben scheint. Manche Aktion, die sie durchführte, konnte ich so gar nicht gutheißen, was ihr von mir einen Minuspunkt auf der Sympathieliste einbrachte. Zum Glück ist das nur anfangs so, zum Ende des Buches scheint die Protagonistin eine Entwicklung zu machen und andere Mittel zu wählen, um sich durchzusetzen.

Die männlichen Protagonisten fand ich sehr interessiert. Was sich laut Klappentext nach einer Dreiecksgeschichte anhörte, war jedoch nicht so ausgeprägt, dass es mich gestört hätte. Im Gegenteil, ich fand die Entwicklungen sehr spannend, vor allem, da es plötzlich drei Jungs sind, die in Jos Leben eine Rolle spielen, jeder auf seine Weise und ich freute mich darauf, zu sehen, wohin sich die Ereignisse entwickeln würden.
 
Etwas zu lange dauerte es mir, bis man etwas über Jos Gabe erfuhr. In diesem ersten Band scheinen die Entwicklungen in ihrem Privatleben mehr im Vordergrund zu stehen. Doch immer wieder hat uns das Autorenduo mit kleinen Häppchen zu Johannas Geheimnis gefüttert, so dass ich richtig neugierig wurde. Ich wollte unbedingt mehr darüber erfahren und tauchte gerne gemeinsam mit der Protagonistin in die Erinnerungen anderer ein, um mehr über diese besondere Gabe zu lernen. Ich fand die Idee sehr schön und es scheint mal etwas anderes im Fantasy-Genre zu sein.

Zum Ende hin verdichten sich endlich die Geschehnisse um Jos Fähigkeit und man wird mit einem fiesen Cliffhanger überrascht, der mich total begeistert zurücklässt, so dass ich ganz gespannt auf Band 2 warte, der zum Glück bald erscheint. Ich will auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht und wohin die ganze Geschichte führt.
Dieser erste Band der neuen, fantastischen Reihe des Autorenduos Rose Snow ist ein Auftakt, der langsam in Jos besondere Gabe einführt. Im Vordergrund scheinen erst einmal die Entwicklungen im Leben der Protagonistin zu stehen, die mit ihrem neuen Umzug verbunden scheinen. Doch Rose Snow wären nicht Rose Snow, wenn es ihnen nicht gelingen würde, den Leser so neugierig auf die Geschehnisse zu machen, dass man unbedingt weiterlesen will. Jos Fähigkeit ist spannend und neu und der Cliffhanger am Ende lässt mich vermuten, dass da noch einiges auf uns zukommen wird. Ich freu mich jedenfalls sehr auf mehr von „17“. Eine tolle Reihe, die definitiv sehr viel Potenzial hat. 


Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.



Vielen Dank an Rose Snow für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.