Samstag, 28. Februar 2015

[Rezension] Märchenhaft erwählt

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 Titel: Märchenhaft erwählt
 Autor/in: Maya Shepherd
 Seitenzahl: 335
 Preis eBook: 3,99 € (D)

 Preis: 11,99 € (D) 
Cover / Bildrechte: Maya Shepherd







Auf Prinz Lean lastet ein böser Fluch, den nur ein Kuss aus wahrer Liebe brechen kann. Das macht es ihm natürlich doppelt schwer, eine Frau zu finden.

Ein Casting soll ihm dabei helfen, die Richtige zu finden. Dafür können sich alle heiratsfähigen Mädchen aus ganz Chòraleio bewerben und auch Medea Nachtigall, das Mädchen mit der schönen Stimme möchte ihr Glück versuchen. Ihre Schwester Heera begleitet sie eher widerwillig und kann gar nicht verstehen, dass der Prinz ihr ebenfalls eine Chance gibt. Aus Liebe zu ihrer Schwester zieht sie mit ins Schloss ein und stellt sich den Prüfungen, die die Königsfamilie ihr auferlegt.

Doch hat Heera wirklich das Zeug zur Prinzessin oder entscheidet sich Prinz Lean am Ende doch für eine andere? Und wird sein erster Kuss wirklich ein Kuss aus wahrer Liebe sein oder bringt er am Ende Unheil über ganz Chòraleio?


Dieses Buch klang für mich wie eine Mischung aus Selection und den Märchen der Gebrüder Grimm, deswegen war ich total neugierig und wollte es unbedingt lesen und ich wurde nicht enttäuscht.
Das Buch beginnt natürlich mit dem Fluch, den eine böse Hexe ganz in Dornröschen-Manier über Prinz Lean von Chòraleio verhängt. Ich fand es richtig toll, dass die Autorin Maya Sheperd sich aus Elementen der Märchenwelt bedient, von der ich ein absoluter Fan bin. 

Danach springt das Buch 20 Jahre weiter und man lernt Prinz Lean und sein Leben ein bisschen kennen. Und auch in diesem Kapitel macht man die Begegnung mit magischen Wesen und Gegenständen, die man üblicherweise nur in Märchen findet.

Im nächsten Kapitel lernt man dann Medea, Heera, ihre Familie und ihr ärmliches Leben kennen und ich war sofort total begeistert von Heera. Sie hilft ihren Eltern wo sie nur kann, auch wenn das einige Entbehrungen mit sich bringt und sie liebt ihre Schwestern von ganzem Herzen und würde alles für sie tun. Dass die junge Frau nur wenig von einer Prinzessin hat, machte sie für mich nur noch interessanter. Sie passte so gar nicht ins Casting und brachte deshalb auch ordentlich Humor in die Geschichte, was mich so einige Male zum Schmunzeln brachte und somit wirklich begeisterte.

Doch wenn jemand jetzt denkt, dass es sich hier um einen Abklatsch von „Selection“ handelt, der hat sich ordentlich getäuscht, denn einmal abgesehen vom Casting und dieser Idee der Brautschau hat es sich von da an auch mit den Gemeinsamkeiten, denn die Prüfungen, die die Erwählten fortan bestehen müssen, stammen aus der Märchenwelt und sind alles andere als langweilig: Da geht es darum Erdbeeren im Winter zu finden, eine Prinzessin zu befreien oder einen goldenen Apfel aus einem Garten zu besorgen. Ich liebte es, zu erraten, aus welchem Märchen die einzelnen Elemente zusammengefügt wurden und in diese zauberhafte Welt einzutauchen und gemeinsam mit Heera, Mendea und Lean die einzelnen Kandidatinnen zu durchleuchten und die Prüfungen zu bestehen.

Obwohl Heera natürlich meine absolute Favoritin in diesem Buch ist, fand ich es schön, die Geschichte auch teilweise aus Sicht von Medea oder Lean zu erleben und es störte mich auch nicht, dass das Buch in der 3. Person geschrieben war. Man hat als Leser immer einen schönen Blick über die gesamte Geschichte und fiebert von Anfang an total mit. 

Eine Besonderheit sind sicher auch die Kapitelanfänge, die einen kurzen Einblick in das Geschehen geben und wie ein Märchen geschrieben sind. Ich liebe diese besondere Märchensprache einfach.

Das Buch war auch viel zu schnell zu Ende und überraschte am Schluss auch noch einmal mit Leans Entscheidung, so dass ich einfach sofort weiterlesen wollte und jetzt ganz ungeduldig auf diese zauberhafte Fortsetzung warte.


Dieses Buch ist eine wirklich märchenhafte Mischung. Die Protagonisten sind einmalig und liebenswert und müssen schwierige und spannende Prüfungen bestehen, die aus verschiedenen Märchen stammen und damit diesen ganz besonderen Zauber innehaben. Auch der Schreibstil ist eine gelungene Mischung aus Moderne und Märchen, so dass man sich richtig in der Geschichte verlieren kann. Leider war das Buch viel zu schnell zu Ende, so dass ich bereits jetzt ganz sehnsüchtig darauf warte, erneut nach Chòraleio reisen und Prinz Lean auf Brautschau begleiten zu dürfen.

Wer Märchen liebt sollte sich dieses zauberhafte Buch auf keinen Fall entgehen lassen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Sonntag, 22. Februar 2015

[Rezension] 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte

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 Titel: 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte
 Autor/in: Karolin Kolbe
 Verlag: Thienemann-Esslinger / Planet Girl
 Seitenzahl: 185
 Preis: 9,99 € (D)  
Cover / Bildrechte: Thienemann Esslinger


Line hält es mit ihrem tyrannischen Vater nicht mehr aus und beschließt zu verschwinden. Doch bevor sie davonläuft, will sie noch einen letzten Brief hinterlassen, in dem alle ihre Gefühle niedergeschrieben sind. Niemals hätte sie damit gerechnet, dass ihr Brief noch vor ihrem Verschwinden gefunden und sogar beantwortet wird.

Von da an entwickelt sich eine Art Brieffreundschaft zwischen Line und dem Unbekannten. Die Briefe bringen sowohl Line, als auch den Brieffreund dazu über ihr jeweiliges Leben nachzudenken, sich damit auseinander zu setzen und schließlich muss Line erkennen, dass in ihr doch mehr steckt, als sie je für möglich gehalten hat. Doch was ist, wenn sie erfährt, wer sich wirklich hinter den Briefen verbirgt … .


Dieses Buch beginnt aus Lines Sicht, die gerade beschlossen hat aus ihrem Leben zu verschwinden. Man erfährt, wie sie unter ihrem tyrannischen Vater und ihrer Mutter, die alles duldet leidet und dass sie sich am liebsten einfach in Luft auflösen würde. Sofort hatte Line mich für sich eingenommen und ich empfand tiefes Mitleid mit ihr.

Doch dann springt das Buch erst einmal zum Finder ihres Briefes und man merkt schnell, dass auch er seine eigenen Probleme hat und trotzdem ebenfalls zutiefst betroffen von den wenigen Zeilen ist, die Line an einem Bach versteckt hat. Er fragt sich, was wohl hinter diesen Worten steckt, wieso der Schreiber so verzweifelt ist und am liebsten einfach verschwinden will.

Von da an erlebt man die Geschichte in einem Kapitel aus Lines Sicht, die jeweils in der Ich-Form geschrieben ist, und im nächsten Kapitel dann aus Sicht ihres Brieffreundes, die in der 3. Person erzählt wird. Ich fand es richtig toll beide Perspektiven lesen und so noch besser in die Leben der Protagonisten eintauchen zu können. Dabei werden verschiedene Probleme, wie z.B. Magersucht, Mobbing, Gewalt und Zwangsstörungen, aufgegriffen und von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Ich fand es sehr schön, dass die Autorin Karolin Kolbe diese Themen aufgreift und z.B. auch einmal die Sichtweise von Angehörigen miteinbaut. So wird deutlich, dass nicht nur die Betroffenen selbst z.B. unter der Magersucht leiden, sondern auch die anderen Familienmitglieder. Gleichzeitig zeigt sie verschiedene Hilfsangebote auf und ermutigt die Protagonisten und damit auch die Leser dazu, diese wahrzunehmen. 

Die Briefe die sich die beiden Protagonisten dabei schreiben sind sehr berührend, regen zum Nachdenken an und führen dazu, dass Line und ihr Brieffreund eine deutlich sichtbare und spürbare Entwicklung durchmachen, die zwar etwas zu schnell geht, aber trotzdem sehr bewegt und dem (jugendlichen) Leser Mut macht, seine eigenen Probleme in die Hand zu nehmen.

Das Buch endet schließlich sehr offen, was mich anfangs etwas enttäuschte, im Grunde aber sehr gut zur Geschichte passt und genug Raum für eigene Gedanken und Gefühle lässt.


Meiner Meinung nach hätte dieses Buch gerne ein paar Seiten und damit etwas Tiefgang mehr haben können, doch es zeigt sehr schön auf, mit welchen Problemen Teenager heutzutage zu kämpfen haben können und welche Hilfsangebote es dafür gibt. Die Protagonisten machen eine tolle Entwicklung durch und ermutigen so, die jungen Leser dazu, die eigenen Probleme in die Hand zu nehmen und sich Hilfe zu holen.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.


Mittwoch, 18. Februar 2015

[Rezension] Die Buchspringer

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 Titel: Die Buchspringer
 Autor/in: Mechthild Gläser
 Verlag: Loewe Verlag
 Seitenzahl: 380
 Preis: 17,95 € (D)
 Cover / Bildrechte: Loewe Verlag


Amy und ihre Mutter Alexis wollen so schnell wie möglich weg von ihrem Leben, von ihren Problemen und beschließen deshalb zu Alexis Mutter nach Stormsay zu reisen. Von dort ist Alexis vor 17 Jahren Hals über Kopf geflohen und das hatte einen Grund: Alexis war, genau wie Amy eine Buchspringerin. Mit Hilfe von Büchern kann sie in die Geschichten eintauchen und diese hautnah erleben und beschützen.

Schnell ist Amy total fasziniert von dieser Fähigkeit und reist von einer Geschichte in die nächste und endlich fühlt sie sich so richtig zuhause. Doch dann wird der Frieden in der Buchwelt gestört, denn ein gefährlicher Unbekannter treibt sein Unwesen und zerstört die Geschichten.

Jetzt ist es an Amy den Störenfried aufzuspüren und die Geschichten zu retten. Doch was hat es mit den Diebstählen wirklich auf sich und kann Amy die Geschichten beschützen, bevor sie für immer zerstört sind?


Die Idee dieses Buches lässt das Herz eines jeden Literaturliebhabers höher schlagen. Wer wünscht sich nicht, persönlich in seine Lieblingsgeschichten reisen und diese hautnah miterleben zu können? Auch der Prolog hat mich sofort neugierig auf diese Geschichte gemacht und ich freute mich sehr darauf, beliebte Charaktere der Weltliteratur von einer anderen Seite kennenzulernen. 

Vor jedem neuen Kapitel gibt es außerdem Auszüge von einem Märchen, die sehr neugierig machen, aber die man anfangs nicht so recht einordnen kann. Diese kurzen Geschichtsfetzen fand ich immer besonders schön und wartete immer schon gespannt, was diese neues verraten und wie sie am Ende ins Buch passen würden.

Als die Geschichte schließlich zu Amy und Alexis springt war meine anfängliche Euphorie erst einmal etwas gedämpft. Amy und Alexis waren für mich überhaupt nicht greifbar, ihre Handlungen kamen mir sprunghaft und unüberlegt vor und manche Begebenheiten wurden einfach so hingenommen, ohne dass diese großartig überdacht wurden. Irgendwie fand ich einfach keinen Zugang zur Protagonistin, was sich leider bis zum Ende durchzog. 

Und auch die Buchspringerei hatte ich mir viel spektakulärer vorgestellt. Der Akt an sich ist ganz einfach und auch Amys Ausflüge in die Buchwelt waren für mich nur wenig aufregend. Zwar trifft man immer wieder auf bekannte Charaktere, aber irgendwie hatte ich mir von diesen Treffen mehr erhofft. 

Erst als die ersten Diebstähle passieren und die Jagd nach dem Unbekannten beginnt nahm das Buch für mich an Fahrt auf und ich konnte mich kaum noch losreißen. Ich verlor mich in wilden Spekulationen, wer hinter den Anschlägen stecken könnte, wurde aber von der Autorin Mechthild Gläser immer wieder in die Irre geführt. Ständig erhält man neue Hinweise, die einen die vorherige Annahme wieder überdenken lassen. Plötzlich scheint jeder verdächtig zu sein und doch reichen die Hinweise bis zum Ende nicht aus, um hinter die ganze Geschichte zu kommen.

Das Ende des Buches war für mich dann das eigentliche Highlight. Es war so unerwartet, so originell und mutig und doch passte es einfach nur perfekt in die Geschichte, so dass ein anderes Ende für mich einfach nur enttäuschend gewesen wäre. Mechthild Gläser hat mich damit noch einmal richtig für ihr Buch begeistert und auch wenn nicht alle Fragen vollends geklärt wurden, konnte ich das Buch doch zufrieden zuklappen.


Die Idee dieser Geschichte macht das Buch zu einem absoluten Must-Read für jeden Buchliebhaber und doch wurde meine anfängliche Euphorie durch den fehlenden Zugang zur Protagonistin erst einmal gedämpft. Die spannende Suche nach dem unbekannten Täter und den Geheimnissen der Buchwelt machten dieses Buch dann jedoch trotzdem noch zu einem absoluten Page-Turner. Doch das eigentliche Highlight war das Ende, das so unerwartet, originell und sogar mutig war, dass es einfach nur perfekt passte.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.